Bewegungskunst für Körper und Geist

Vorgestellt: Der Tai Chi-Meister Ji Ming

Plärrer Spezial
10/2005

Tai Chi

  • hat nichts mit Thailand zu tun, deswegen besser "tai" als "thai", ganz exakt heißt es Tal Chi Chuan;

  • ist Entspannungsmethode, "innere Kampfkunst", Gesundheitssportart und taoistische Meditation in Bewegung; 

  • beruht auf dem Taoismus und bedeutet "Höchstes Prinzip", einem Begriff der Philosophie des Yin und Yang;

  • oder "Shattenboxen" wurde ursprünglich in China entwickelt und ist dort der Gesundheitssport.

Jeder Kiesel jeder Baum und jeder Mensch ist erfüllt von reiner Lebensenergie, sagen die Chinesen. Wer dieses Chi (oder Qi) das auch "Atem" heißt, lenken und leiten kann, erlebt mehr Glück, Harmonie und Stärke. Doch bei den meisten Menschen, die in Industriegesellschaften leben, ist dieser Energiefluss gestört. Sie entwickeln den Geist, vergessen dabei aber oft den Körper. "Wer vergisst, sich um seinen Körper zu kümmern; der wird irgendwann krank. Dann kann auch der Geist nicht mehr richtig arbeiten", sagt Meister Ji-Ming Zhang, Tai Chi-, Qi Gong- und Kung Fu-Lehrer. Der 52Jährige betreibt seit über elf Jahren das Tai Chi-Zentrum Nürnberg in der Fürther Straße und weiß um die Wirkungen der alten chinesischen Bewegungskunst.

Durch die langsamen und fließenden Bewegungen wird die Aufmerksamkeit geschult, Haltung und Beweglichkeit verbessert. Man entspannt sich und ist trotzdem voller Konzentration. Der Geist bleibt beim Körper und seinen Bewegungen, betont der Meister, der seit über 40 Jahren Tai Chi, Qi Gong und Kung Fu trainiert und seit Jahrzehnten auch unterrichtet, In der Praxis hat sich die Bewegungskunst unter anderem günstig auf die Durchblutung, auf Rückenprobleme, Verdauungsbeschwerden und zu hohen Blutdruck ausgewirkt. Die Menschen werden ausgeglichener und haben mehr Energie, weiß Ji-Ming Zhang.

Die Basis des Tai Chi ist eine Abfolge von fließenden Bewegungen, die so genannte Form. Die Bewegungsfolge ist traditionell festgelegt, die Bewegungen haben bestimmte Bedeutungen. Im Laufe der Geschichte bildeten sich aber verschiedene Stilarten heraus, die alle auf den gleichen Grundprinzipien beruhen. Tai Chi ist eine Form der langen Wege und der Geduld. Deshalb sollte man diese auch mitbringen, wenn man es erlernt. Regelmäßiges Training ist wichtig dann kann man ein Leben lang Krankheiten vorbeugen und lange beweglich bleiben. Und man sollte Tai Chi von einem Meister lernen nicht aus Büchern oder auf eine andere Art und Weise. Denn dann können sich Fehler einschleichen, betont Meister Ji-Ming Zhang.
Übrigens: Ji-Ming Zhang lebt seit gut 18 Jahren in Deutschland. Und in dieser Zeit musste er nur ein paar Mal zum Zahnarzt, sonst war er nie krank.

Anja Schiffel

 

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